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Schärfen

Drei Wege zu scharfen Digiscoping-Aufnahmen

Das Thema Schärfe ist eine der größten Herausforderungen für Digiscoping-Anfänger, denn Bildschärfe ist nicht gleich Motivstärke – und auch das Ausgabemedium ist entscheidend. Digiscoping-Experte Dr. Jörg Kretzschmar schildert, wie man Aufnahmen am Rechner optimal in ihrer Schärfe nachbearbeitet.

Autocontrast, well sharpened (Photoshop)

Dr. Jörg Kretzschmar ist Biologe und kam durch seine Arbeit mit Digiscoping in Berührung. Er gilt als einer der profiliertesten Digiscoper im deutschsprachigen Raum, dessen Aufnahmen immer wieder für Aufsehen sorgen. Für seine Aufnahmen verwendet er ein STX 25-60x85 Teleskop mit TLS APO von SWAROVSKI OPTIK.

Viele Digiscoper hadern in ihren Anfängen mit der Bildschärfe. Im Gros der Fälle lässt sich ein scharfer Bildpunkt finden, bloß leider nicht an der motivwichtigen Stelle. Wer hier seinen Autofokus abstellen kann und manuell eingreift, ist im Vorteil.

Der Mensch leitet seinen Schärfeeindruck von Kontrastunterschieden ab. So manches Bild wirkt allein dadurch schon schärfer, dass die Gradationskurve über das gesamte Bild eine leichte S-Kurve bekommt, die Schatten werden dunkler, die Lichter heller. Das Ergebnis ist ein kontrastreicheres, schärfer wirkendes Bild. Natürlich sind die Schärfemethoden beim Digiscoping andere als bei einer Kontrastanpassung.



Erst am Rechner wird geschärft

Wir haben unterschiedliche Möglichkeiten der Bildschärfung. Generell sollte das Bild erst am heimischen Rechner nachgeschärft werden und nicht durch die Kamera selbst im Moment der Aufnahme. Wenn wir dann zuhause nachschärfen, gilt es zwei wichtige Aspekte zu berücksichtigen:

Erstens: Womit lässt sich mein vorliegendes Motiv am besten schärfen?

Zweitens: Für welchen Zweck (Internet, Beamerpräsentation, Ausbelichten oder Eigendruck) wird geschärft?

Stets sollte erst am Schluss der Bildbearbeitung geschärft werden, weil mit der Veränderung der Kontrastunterschiede auch Farbveränderungen bis zu Abrissen auftreten können. Ein Bild, dessen spätere Verwendung/Präsentationsform noch nicht klar ist, sollte stets nur leicht geschärft werden.

  • Original
  • Autocontrast (Photoshop)
  • Autocontrast, oversharpened (Photoshop)
  • Autocontrast, ok sharpened (Photoshop)

Drei Schärfemethoden für Digiscoper

Zu den bekanntesten Schärfemethoden zählt sicherlich das „Unscharf-Maskieren“. Hierbei werden die Hell-Dunkel-Unterschiede an den Motivteilen wie Kanten und Strukturen verstärkt, ähnlich wie bei der Gradation, nur nicht über das gesamte Bild, sondern nur über Bildteile.

Durch die „Unscharf-maskieren“-Einstellung 30-45-0(-10) erhält das Bild spürbar Brillanz. Neben diesem Urtyp der Schärfung gibt es eine Reihe abgeleiteter diffizilerer Filter, je nach Programm.

Wenn unser Motiv über diese Filter keinen Zugewinn zeigt, dann ist die Schärfung im LAB-Modus eine Alternative. Hierzu wird das RGB-Bild in Adobe Photoshop oder einem vergleichbaren Programm in den LAB-Modus konvertiert und dort nur die Luminanzebene mit dem bekannten Schärfefilter bearbeitet. Vergessen Sie aber nicht, in den RGB-Modus zurückzukonvertieren, sonst erwartet Sie im Ausdruck eine bemerkenswerte Farbverschiebung.

Die dritte und für Gefiederpartien sehr gut geeignete Schärfemethode ist die des Hochpassfilters im Adobe Photoshop (zu finden unter „Sonstige Filter“). Hier werden die Hell-Dunkel-Kontraste verstärkt. Uns genügt meist ein Wert zwischen 2,5 und 3. Das Schwarz-Weiß-Transparenzbild sollte Sie nicht schockieren. Da wir auf einer zuvor kopierten Bildebene mit dem Hochpassfilter arbeiten, verschneiden wir diese gefilterte Ebene mit unserem Ausgangsbild über den Modus „Warmes Licht“. Diese Methode ist fast stets mit einer Bildverbesserung verbunden. Wem die Wirkung zu stark ist, der kann bei der Ebene in Photoshop die Transparenz auf 40 % oder 60 % absenken und darüber die Filterwirkung justieren.



Fehler, die es zu vermeiden gilt

Farbfehler, ein überschärft wirkendes Bild und Hell-Dunkel-Übergänge, die abreißen und helle Säume an den Kanten bilden, zählen im Übrigen zu den Dingen, die beim Schärfen nicht passieren sollten.