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Naturschutzprojekte

Eines der Hauptanliegen von SWAROVSKI OPTIK ist, die Menschen für die Natur zu begeistern und sie zu ermutigen, ihr als Gast mit Achtung und Respekt zu begegnen und die Artenvielfalt zu schützen. Die Situation der Tierwelt in freier Wildbahn ist aufgrund von sich verändernden Lebensräumen, Umweltverschmutzung und anderen menschlichen Eingriffen besorgniserregend. Um dem aktiv entgegenzuwirken, setzt sich SWAROVSKI OPTIK für bedrohte Vogel- und andere Tierarten ein und unterstützt wissenschaftliche Naturschutzprogramme. Eines dieser Projekte ist die Internationale Initiative zur Erhaltung des Kanadawaldsängers, die 2013 von BirdLife International im Rahmen ihres weltweiten Preventing-Extinctions-Programmes ins Leben gerufen wurde.

DAS KANADA WALDSÄNGER PROJEKT

DAS KANADA WALDSÄNGER PROJEKT

Neotropische Zugvogelarten, die in gemäßigten Waldzonen Nordamerikas brüten und in tropischen Regenwäldern in Mittel- und Südamerika überwintern, verzeichnen in den letzten Jahrzehnten einen starken Populationsrückgang. Dieser Schwund ist größtenteils auf die Belastung des Ökosystems ihres Lebensraums zurückzuführen. Verursacht wird diese durch Rodung, Waldbrände, Verbauung, Wilderei für illegalen Tierhandel oder Umwandlung von Wald- in Weidefläche. Zu den schönsten und charismatischsten der neotropischen Wald-Zugvogelarten gehören die Waldsänger (Familie: Parulidae). Einige Spezies dieser Familie gelten weltweit oder regional als gefährdet, darunter der Goldwangen- Waldsänger (Setophaga chrysoparia), der Michiganwaldsänger (Setophaga kirtlandii), der Pappelwaldsänger (Setophaga cerulea) und der Goldflügel-Waldsänger (Vermivora chrysoptera). Die Sorge um diese Arten hat internationale Initiativen zu ihrem Schutz auf den Plan gerufen. Mit ihren Bemühungen um den Erhalt des natürlichen Lebensraumes kommen diese jedoch nicht nur den ausgewählten Spezies zugute, sondern auch anderen gefährdeten Arten. Während das Brutgebiet dieser vier Spezies relativ begrenzt ist, erstreckt sich das Brutgebiet des Kanadawaldsängers (Wilsoniacanadensis) auf einen Großteil Kanadas sowie die nördliche USA. Angesichts dieses weitläufigen Brutgebiets ist der massive Populationsrückgang des Kanadawaldsängers besonders besorgniserregend. Auch wenn er noch nicht als weltweit bedroht gilt, hat sein Schwund doch zu einer Einstufung als „Bird of Conservation Concern“ auf nationaler Ebene in den USA (nach USFWS 2008: Birds of Conservation Concern 2008) geführt. In Kanada gilt er als „Gefährdet“ (COSEWIC 2012).

DER KANADAWALDSÄNGER

Der Kanadawaldsänger ist eine auffällige Spezies der Familie der Parulidae. Das Gefieder des Männchens ist leuchtend farbig, wohingegen Weibchen und junge Männchen vor der Geschlechtsreife eine sehr viel dezentere Färbung aufweisen. Er ist vor allem in den borealen Wäldern Nordamerikas zu finden, insbesondere in der borealen Zone in Südost-Kanada und dem Nordosten der USA (Reitsma et al. 2010). Während der Brutzeit bewohnen die Vögel eine Vielzahl unterschiedlicher Waldarten. Zwar bevorzugt der Kanadawaldsänger feuchte Mischwälder mit dichtem Unterholz, kommt aber auch in Moorgebieten, Rot-Ahornbäumen, Zedernbüschen sowie Sumpf- und Auwäldern mit dichtem Schwarzkiefernbestand vor. Als neotropischer Zugvogel verlässt die Spezies ihr Brutgebiet in der nördlichen Hemisphäre, um die Zeit außerhalb der Brutsaison in der südlichen Hemisphäre zu verbringen. Er ist dann vor allem im nordwestlichen Südamerika, in den Regen- und Nebelwäldern zwischen 500 und 2.000 Metern in Venezuela, Kolumbien, Ecuador und Peru anzutreffen. Eine kleine Zahl erreicht auch Bolivien, und einige Tiere überwintern möglicherweise im südlichen Mittelamerika (deGraaf & Rappole 1995, Reitsma et al. 2010). Es wird vermutet, dass der Kanadawaldsänger ausschließlich über Land zieht und dabei den Süden der USA und Mittelamerika überquert. Auf seiner Wanderung sucht er bevorzugt Schutz an Waldrändern, in der Nähe von Flüssen und im dichten Unterholz.

DER STATUS DES KANADAWALDSÄNGERS

Obwohl noch nicht offiziell als weltweit bedroht eingestuft, verzeichnet der Kanadawaldsänger deutlich sinkende Populationszahlen (Abb. 1). Daten aus der „Breeding-Bird“- Studie (BBS) lassen vermuten, dass die Population zwischen 1968 und 2007 jährlich um 4,5 % gesunken ist, das entspricht einem Gesamtverlust von 85 % in diesem Zeitraum (COSEWIC 2008). Zudem waren die Zahlen in den letzten beiden Jahrzehnten um 5,4 % pro Jahr rückläufig, was einen Populationsschwund von 43 % in dieser Zeit ergibt. In den östlichen Brutgebieten, wo ein Großteil der Population während der Brutzeit zu finden ist, sind diese Rückgänge sogar noch gravierender (COSEWIC 2008). Die Hauptgründe für den Schwund der Spezies sind noch unbekannt, allerdings wird er auf die hohe Sterblichkeit aufgrund von Lebensraumverlust und -veränderung in ihren Brut-, Zug- und Überwinterungsgebieten zurückgeführt.

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DAS KANADAWALDSÄNGERPROJEKT

Um zu verstehen, warum es zu einem Rückzug oder zur Wachstumsbehinderung einer Population kommt, ist die Kenntnis von Ökologie und Demografie über den gesamten Lebenszyklus einer Spezies hinweg unabdingbar. Bislang gab es noch keine umfassenden Maßnahmen, um diese Wissenslücken zu füllen und das Problem des Schwunds des Kanadawaldsängers anzugehen. Das Kanadawaldsänger-Projekt wurde im Juni 2013 im Zuge des Weltkongresses von BirdLife International in Ottawa, Kanada, ins Leben gerufen. Ziel ist es, einen globalen Erhaltungsplan für die Spezies über den gesamten Lebenszyklus hinweg zu erstellen, Informationen über Zug- und Überwinterungsverhalten zu sammeln und mit einer kanadaweiten Strategie zur Erholung des Bestands zu kombinieren. Dadurch kann sofort mit der notwendigen Forschung begonnen und können dringliche Schutzmaßnahmen gesetzt werden.

SOMIT SIND DIE HAUPTANLIEGEN:

1) Eine „Partnerschaft für den Kanadawaldsänger“ zu gründen, die einen den gesamten Lebenszyklus umfassenden Erhaltungsplan erstellt, entwickelt und koordiniert.

2) Die Verteilung auf Winterquartiere zu eruieren, wichtige Lebensräume im Winter und während der Wanderung und damit vorrangige Schutzgebiete zu ermitteln sowie Gefahren und schädliche Einflüsse zu identifizieren.

3) Bessere Kenntnis über gut geeignete Winterquartiere und Habitatpflege vor Ort zu gewinnen.

4) Die Dringlichkeit zum Schutz des Kanadawaldsängers und seines Lebensraumes an wichtige Stakeholder zu kommunizieren.

5) Schutzmaßnahmen mit höchster Priorität gemäß Erhaltungsplan über den gesamten Lebenszyklus hinweg zu implementieren.

Obwohl der Kanadawaldsänger als „Vorzeigeprojekt“ für den Schutz der Biodiversität in borealen Wäldern im Vordergrund steht, zielt die Initiative auf Artenvielfalt und Landschaftsschutz im Allgemeinen ab. Sie vernetzt sich mit bestehenden und neuen Partnerschaften und stützt sich auf bereits vorhandene Schutzprojekte und Erhaltungspläne.

ERFOLGE BIS HEUTE

Zu Beginn des Projekts fand im August 2013 im Rahmen der 5. „Partners in Flight“-Konferenz in Utah (USA) eine Planungssitzung für das gesamte Verbreitungsgebiet der Spezies statt. 23 Teilnehmer repräsentierten 22 Organisationen, darunter drei nationale BirdLife-Partner, zehn weitere NGOs, fünf staatliche Organisationen und vier Universitäten. In der Sitzung wurde die Gründung der „Internationalen Initiative zur Erhaltung des Kanadawaldsängers“ beschlossen und diese in Folge umgesetzt. Mit den Ergebnissen der Planungssitzung für das gesamte Verbreitungsgebiet der Spezies und der finanziellen Unterstützung durch SWAROVSKI OPTIK konnten weitere Fördermittel vom Canadian Wildlife Service (CWS) und den US Forest Service International Programs (USFS-IP) und damit wertvolle Daten über Ökologie und Winterquartiere des Kanadawaldsängers gewonnen werden. Vom 30. September bis 2. Oktober 2014 fand in Bogotá, Kolumbien, ein sehr erfolgreicher Workshop für die Länder im Verbreitungsgebiet des Kanadawaldsängers außerhalb der Brutzeit statt. Die Teilnehmer kamen aus zehn Ländern Süd- und Mittelamerikas sowie vereinzelt auch aus Kanada. In diesem Workshop wurden wichtige Erkenntnisse über den Status und die Verteilung der Spezies außerhalb der Brutsaison zusammengetragen. Diese bilden jetzt die Grundlage für eine neue, internationale Strategie zur Erhaltung der Art. Das Kanadawaldsänger-Projekt hat zudem große Aufmerksamkeit durch die Medien erfahren. Es wurde auf Internetseiten, in Berichten und Newslettern erwähnt und hat so ein weltweites Publikum erreicht.


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NÄCHSTE SCHRITTE

Zu den nächsten Projektschritten gehören die Finalisierung des ersten Entwurfs für den Kanadawaldsänger- Erhaltungsplan, weitere ökologische Forschungsarbeit in Kolumbien sowie die Suche nach der Spezies in Honduras und Nicaragua während der Frühjahrswanderung (Februar bis März 2015). Des Weiteren wurde im März 2015 ein Workshop für die Länder im Verbreitungsgebiet des Kanadawaldsängers während der Brutzeit in Kanada organisiert. Die Ergebnisse des Workshops werden ebenfalls in den – aktuell in der Entwicklung befindlichen – internationalen Arterhaltungsplan einfließen.


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