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LiveView

Brauchbarer Digiscoping-Helfer?

Der Mehrzahl digitaler Kameras, unabhängig ob Kompakt-, System- oder DSLR-Kamera, verfügt über einen sogenannten LiveView. Für den konventionellen Kameragebrauch ersetzt der Blick auf das entsprechende Display vielfach jenen durch den Sucher – diese Anwendung ist auch beim Digiscoping möglich. Vorteile und Tipps, die Sie berücksichtigen sollten, werden hier erläutert.

Olympus OM-D E-M1

Viele DSLR-Anwender schwören nach wie vor auf den Blick durch den optischen Sucher, um größtmögliche Kontrolle über das Bild zu behalten. Dies betrifft erstens das Setzen der Schärfeebene an der richtigen (gewünschten) Stelle, zweitens die Wahl des gewünschten Bildausschnitts und drittens das Abschätzen der zu erwartenden Schärfentiefe, sofern es das entsprechende Kameramodell erlaubt. Als vierter Punkt wäre eventuell noch die intuitive und schnelle Steuerung der Kamerafunktionen via Statuszeile im Sucherfenster zu nennen, allerdings hängt das wesentlich vom individuellen Umgang mit der jeweiligen Kamera ab.

Der gewohnte optische Sucher ist mittlerweile auch vielfach durch einen digitalen Sucher ersetzt worden (d. h. man blickt nach wie vor auf eine Art Sucherbild, allerdings wird kein analoges („echtes“) Bild gezeigt, sondern mittels Display das Motiv des Kameraobjektivs abgebildet), dies betrifft vielfach neuere Modelle von Systemkameras; bei ausreichend schneller Bildrate sind diese Bilder durchaus mit einem konventionellen optischen Sucher vergleichbar, das sollte aber ausreichend getestet werden, um Verzögerungen bei der Bildwiedergabe (vor allem bei schnellen Bewegungen) auszuschließen (beispielsweise Olympus OM-D).

Viele Kompaktkameras bieten allerdings keinen optischen und auch keine digitalen Sucher mehr, sondern setzen ausschließlich auf das Kameradisplay zur Steuerung der Mehrzahl der Kamerafunktionen sowie Bildausschnitt und Schärfe. Eine wesentliche Eigenschaft von Kameradisplays ist deren Schwenk- bzw. Klappbarkeit – für Digiscoping nicht unrelevant.



Inwiefern ist das Digiscoping von diesen Entwicklungen betroffen?

Langes monokulares Beobachten ist für das Auge anstrengend, das gilt für das Kamerasucherbild gleichermaßen wie für das Beobachten mit Teleskop. Erwartungsgemäß „beobachtet“ der (Natur-)Fotograf weniger lange, jedoch dauert es oft eine gewisse Zeit, bis der Seeadler auf Beutejagd geht oder die jungen Wiedehopfe ihr Nest verlassen. Wenn man also sein Teleskop samt Kamera aufgebaut und auf das gewünscht Objekt ausgerichtet hat, lässt sich durch das Livebild am Kameradisplay viel entspannter beobachten als durch den permanenten, ermüdenden Blick durch Sucher oder Teleskopokular. Bei steilen Visuren kann ein klappbares Display zudem eine sehr entspannte Beobachtungssituation gewährleisten.

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LiveView über WiFi

Aktuelle Kameras bieten zudem die Möglichkeit, über Drahtlos-Schnittstellen das Kamera- bzw. Teleskopbild auf Smartphone oder Tablet-PC zu übertragen, was noch komfortableres Beobachten und Digiscoping erlaubt (z. B. Canon 70D, Olympus OM-D EM-1, Samsung NX2000). Bei der Beobachtung von Tieren mit großer Fluchtdistanz kann das eine gute Möglichkeit sein, sich in „sicherer“ Entfernung zu positionieren und trotzdem über den Großteil der Kamerafunktionen verfügen zu können. Bei bewegten Objekten ist diese Anwendung natürlich nicht zu überschätzen, ständiges Neuausrichten der Kamera bleibt dennoch notwendig.

Abhängig von Displayqualität (Auflösung, Helligkeit, Größe etc.) gepaart mit der Leistungsfähigkeit der Kamerasoftware, ist das Fokussieren auf das Wunschmotiv mehr oder weniger schwierig. So kann vielfach auf 1:1-Vergrößerung gestellt werden. Damit kann man sozusagen einen echten Bildausschnitt darstellen (im Gegensatz zum Gesamtbild, das verkleinert am Display gezeigt wird) und erhält gute Unterstützung beim Fokussieren. Bei schlechter Bildwiedergabe ist aber eventuell der Blick durch den Sucher zu bevorzugen.

Mit dem Livebild sind bei der Arbeit mit Ihrem Digiscoping-Equipment viele neue Spielarten möglich. Allein das Freihand-Digiscoping ohne Stativ ist nach wie vor eher mit dem direkten Sucherblick zu empfehlen.