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Digiscoping trifft auf Kunst

Den Ätna sehen wie niemand sonst

Der Ätna in Sizilien ist nicht nur der größte Vulkan Europas, sondern auch einer der aktivsten. In den vergangenen Jahren war er immer häufiger Schauplatz von sogenannten strombolianischen Eruptionen und Paroxysmen. Zwei Phänomene, die im oberen Bereich des Ätna, auf über 3.000 m Seehöhe, stattfinden und von Dario Lo Scavo mit der SWAROVSKI OPTIK Digiscoping-Ausrüstung erstaunlich gut beobachtet und festgehalten werden können.

© Dario lo Scavo

Dario Lo Scavo ist Fotograf und lebt in Linguaglossa, einer Kleinstadt am Nordosthang des Ätna. Er hat sich u. a. auf Aufnahmen der Vulkantätigkeiten spezialisiert. Für seinen Beitrag verwendet er ein STX 30-70x85 Teleskop mit TLS APO von SWAROVSKI OPTIK.

Der Ätna zeigt seit geraumer Zeit einen bemerkenswerten Anstieg an vulkanischen Aktivitäten wie strombolianischen Eruptionen, also mehrere kleinere, aufeinanderfolgende Explosionen, die sehr häufig zu Paroxysmen – einer Reihe sich langsam steigernder Vulkanausbrüche – führen. Beide Phänomene treten im oberen Bereich des Ätna, auf über 3.000 m Höhe, auf.

Aus fotografischer Sicht sind Paroxysmen für mich am spannendsten. Bei diesen Ausbrüchen, die bis zu drei Stunden dauern, schießt die Lava in Hunderte Meter hohen Fontänen hoch und fließt dann den unteren Abschnitt des Valle del Bove, des Hochtals am Südosthang des Ätna, hinunter. Im ganzen Jahr 2012 wurden über 25 dieser spektakulären Paroxysmen gezählt. Alleine von Januar bis April 2013 waren es schon 13.



Eine fotografische Herausforderung

Bei so viel geballter Naturgewalt braucht es schon viel Erfahrung, Wissen und eine große Portion Leidenschaft, um das Geschehen am Ätna fotografisch festhalten zu können. Man muss sich mit den geologischen Gegebenheiten, dem rauen, unwegsamen Gelände, vertraut machen. Und auch stundenlange Fußmärsche sind nötig, bei denen man aufgrund des naheliegenden aktiven südöstlichen Vulkankegels möglichst auf Unterbrechungen verzichten sollte.



Freie Sicht auf das Naturschauspiel

Die beste Aussicht gibt es in einer Entfernung von etwa 3 bis 9 Kilometern. Dabei sind der Wind bzw. die Windrichtung entscheidend, denn die Rauchsäule, die dem Vulkankrater entsteigt, führt auch Asche und teils recht schwere Gesteinsfragmente mit sich. Diese werden im Umkreis der ersten Kilometer verteilt.



Das Wann entscheidet

Vulkanischen Aktivitäten können nicht immer prognostiziert werden, jedoch lässt sich anhand von Messdaten eine gewisse Tendenz ablesen. Seismografen stellen beispielsweise schon Stunden vor einem Ausbruch Erschütterungen fest. Ist dieser Zeitpunkt gekommen, dann heißt es schnell handeln: Es steht nur noch wenig Zeit zur Verfügung, um einen geeigneten Beobachtungsplatz zu finden.



Gute Fotos dank Digiscoping-Equipment

In solch einer Situation kommt die Digiscoping-Ausrüstung von SWAROVSKI OPTIK ins Spiel, mit der die Wahl eines Beobachtungspunktes deutlich leichter fällt. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass ich in weniger als einer Stunde Autofahrt den idealen Beobachtungsplatz finde und mit dem Fotografieren beginnen kann, denn selbst aus weiter Distanz lassen sich mit dem Digiscoping-Equipment hervorragende Fotos machen. Das liegt vor allem an der langen Brennweite, mit der sich das Geschehen besonders gut einfangen lässt.

  • © Dario Lo Scavo
  • © Dario Lo Scavo
  • © Dario Lo Scavo
  • © Dario Lo Scavo

Mein Tipp: Teleskopschiene nutzen

Die Digiscoping-Ausrüstung ist leicht und nicht unnötig sperrig, setzt aber vor allem beim Fokussieren in der Nacht eine genaue Analyse und einige Testläufe voraus. Meine ersten Versuche habe ich ohne Teleskopschiene gemacht, was dazu führte, dass ich das Gewicht des Digiscoping-Sets und der damit verbundenen Kamera nicht ausbalancieren konnte. Die Folge war, dass durch den Wind und die eruptionsbedingten Luftverschiebungen auch deutliche Schwingungen entstanden sind, die sich in den Aufnahmen bemerkbar machten. Bei einigen Videos konnte ich etwa genau beobachten, wie dem Lärm der Eruption die Erschütterung folgte. Aus diesem Grund empfehle ich, immer eine Teleskopschiene zu benutzen. Ich für meinen Teil habe sie stets dabei, weil damit die Stabilität des Digiscoping-Equipments am Stativ wesentlich verbessert wird.



Mehr Licht als Schatten

Eine der wenigen Einschränkungen, die das Digiscopen mit sich bringt, liegt in der geringeren Helligkeit. Dadurch ist es notwendig, mit höheren ISO-Werten zu arbeiten – besonders, wenn gefilmt wird. Bei Aufnahmen am Ätna mit der Canon 5D Mark II (und neuerdings mit dem Nachfolgemodell Mark III) bevorzuge ich übrigens eine fixe Blende mit variabler Belichtungszeit. Andere präferieren eher den manuellen Modus, bei dem sowohl Blende als auch Belichtung eingestellt werden müssen, oder orientieren sich rein nach der Belichtungszeit, die allerdings aufgrund der fixen Blende keine Bedeutung hat.



Aufnahmen wie aus nächster Nähe

Seit dem 27. April 2013 warte ich auf den nächsten Ausbruch am Ätna, um diesen in spektakulären Aufnahmen festzuhalten. Bei den vergangenen Eruptionen habe ich das Digiscoping-Equipment vor allem für Videos eingesetzt. Das Ergebnis ist mehr als beeindruckend. Wenn ich mir die Aufnahmen ansehe, dann habe ich das Gefühl, als würde ich alles noch einmal erleben – aber dieses Mal so, als wäre ich nur wenige Meter vom Geschehen entfernt.