Cookies

Dieses Seite verwendet Cookies. Wenn Sie Cookies akzeptieren, können wir Ihnen den bestmöglichen Service gewährleisten. Erfahren Sie mehr über die Nutzung von Cookies und wie Sie Ihre Einstellungen ändern können.

Astro Digiscoping

Der andere Weg zu den Sternen

Die Welt des Digiscopings wird nun noch größer, denn die Kombination aus Teleskop und Kamera ist auch für Amateurastronomen interessant. Die deutsche Wissenschaftlerin Dr. Carolin Liefke, eine ausgewiesene Expertin für optische Geräte im astronomischen Bereich, hat sich aus diesem Grund eingehend mit den Möglichkeiten der ATX / STX Teleskope und des Digiscopings generell in der Sternenkunde beschäftigt.

© Dr. Carolin Liefke

Dr. Carolin Liefke ist wissenschaftliche Mitarbeiterin im Haus der Astronomie der Universität Heidelberg. Neben (populär-)wissenschaftlichen Vorträgen für verschiedene Zielgruppen ist sie auch eine Expertin für optische Geräte in der Astronomie. Für ihren Beitrag verwendet sie ein
ATX 30-70x95 Teleskop mit TLS APO von SWAROVSKI OPTIK.

Spektive als kompakte Linsenteleskope haben sich in der Amateurastronomie bislang noch nicht durchsetzen können. Einer der Hauptgründe dafür dürfte die Skepsis hinsichtlich der Abbildungsqualität der bei astronomischen Beobachtungen gar nicht notwendigen Umkehroptik sein. Die Geräte der ATX / STX Serie von SWAROVSKI OPTIK sollten jedoch in dieser Hinsicht überzeugen.



Auch für lichtschwache Himmelskörper

Besonders interessant für anspruchsvolle Amateurastronomen sind die größten Modelle –
ATX bzw. STX 30-70x95, die mit stattlichen 95 mm Objektivdurchmesser fast an die Öffnung eines klassischen 4“-Refraktors herankommen und somit auch lichtschwache Himmelsobjekte zeigen bzw. Details von bis zu 1,5“ auflösen können.

Über einen Bajonettanschluss wird entweder das geradsichtige STX Okularmodul oder das ATX Modul mit 48° Schrägeinblick in wenigen Handgriffen angeschlossen.

Ansonsten ist die Objektiveinheit der beiden Modelle identisch – bei beiden ist sie als Zoom ausgeführt und deckt einen Vergrößerungsbereich von 30x bis 70x ab. Die Austrittspupillen liegen zwischen 1,4 und 3,2 mm, bei kleineren Vergrößerungen wären höhere Werte wünschenswert.



Für den Einsatz im Winter geeignet

Die stufenlose Einstellung der Vergrößerung erfolgt an einem Ring am Okularmodul, während an der Objektiveinheit fokussiert wird. Beide Stellringe sind großzügig dimensioniert, grob geriffelt und damit auch im Winter mit Handschuhen gut bedienbar.

Die Okulareinheiten arbeiten homofokal – entsprechend muss das Gesichtsfeld mit der Vergrößerung variieren. Mit 57° bis 71° scheinbarem Gesichtsfeld liegen die Teleskope zwar nicht mehr im Bereich des „Tunnelblicks“ einfacher Okulare, erreichen aber auch nicht den heutzutage bei astronomischen Okularen gängigen Ultraweitwinkelbereich, in dem scheinbare Gesichtsfelder von bis zu 120° möglich sind. Die Okularmodule haben jedoch große augenseitige Linsen und einen angenehmen Augenabstand von 20 mm, weshalb sie auch für Brillenträger geeignet sind.

Obwohl die Abbildungsqualität der beiden Okularmodule nahezu identisch ist, werden Himmelsbeobachter wegen der angenehmeren Beobachtungsposition in erster Linie auf das ATX Modul mit Schrägeinblick zurückgreifen.



Vergütungen allererster Klasse

Bereits bei Tagbeobachtungen fällt der außergewöhnlich hohe Kontrast der Optik auf. Ganz offensichtlich hat man bei SWAROVSKI OPTIK großen Wert auf die Qualität der Vergütung der optischen Grenzflächen gelegt, um erfolgreich Streulicht zu unterdrücken und die Transmission hoch zu halten. Ähnlich wie bei den Ferngläsern der EL Serie gehen Fokus, Farb- und Kontrastverhalten Hand in Hand: Zunächst noch vorhandene leichte Farbränder an Objekten mit Hell-Dunkel-Kontrast verringern sich deutlich bzw. verschwinden nahezu und der Kontrast steigt merklich an, sobald die Schärfe perfekt eingestellt ist. Die Farbreinheit von ATX / STX 30-70x95 kann auch bei höheren Vergrößerungen hervorragend mit der eines ED-Apochromaten vergleichbarer Öffnung mithalten, was angesichts der zusätzlichen optischen Elemente im Strahlengang keine Selbstverständlichkeit ist.



Sterne wie funkelnde Edelsteine

Am Sternenhimmel zeigt sich die hervorragende Abbildung des Spektivs dann in aller Deutlichkeit. Unabhängig von der Vergrößerung werden die Sterne bis an den Rand des Gesichtsfeldes perfekt punktförmig und ohne farbige Höfe dargestellt. Auch bei hellen Objekten wie Planeten bilden sich keinerlei Reflexe aus, die das Bild stören könnten.

Ihre Stärken als Weitfeldgeräte können ATX und STX 30-70x95 daher voll ausspielen: Beobachtungen von Sternhaufen wecken Assoziationen mit funkelnden Edelsteinen auf schwarzem Samt und werden so zu einem wahren Genuss. Dank der großen Öffnung lassen sich auch eine ganze Reihe von Galaxien beobachten. Für jedes Objekt lässt sich die optimale Vergrößerung individuell wählen.

  • © Dr. Carolin Liefke
  • © Dr. Carolin Liefke
  • © Dr. Carolin Liefke
  • © Dr. Carolin Liefke

Filter ermöglicht Beobachtung der Sonne

Mit einem geeigneten Objektivschutzfilter (z. B. AstroSolar ND 5 von Baader Planetarium) kann auch die Sonne hervorragend beobachtet werden. Die beiden Okularmodule lassen zwar keine Detailbetrachtungen bei hohen Vergrößerungen zu, eine Bestimmung der Sonnenfleckenrelativzahl ist aber problemlos möglich. Auch die Granulation der Sonnenoberfläche ist gut sichtbar.



Kompakt und schwerelos

Mit ihren 95 mm Objektivdurchmesser zählen ATX und STX 30-70x95 zu den Spektiven mit vergleichsweise großer Öffnung. Geräte mit mehr als 100 mm Öffnung sind auf dem Markt kaum zu finden, unter anderem auch deshalb nicht, weil derartige Optiken mit zunehmendem Gewicht und wachsendem Packmaß immer weniger gut transportabel werden. Mit nur etwas mehr als 2 kg bei einer Länge von gut 45 cm hat man es bei ATX / STX 30-70x95 Teleskopen aber durchaus noch mit kompakten und vergleichsweise leichten Modellen zu tun, die gut in Koffer oder Rucksack verstaut werden können und sich daher ideal als mobiles Reisegerät eignen.



Robust für alle Einsätze

Auch hinsichtlich ihrer Robustheit können die Spektive gegenüber herkömmlichen Teleskopen punkten. Die ATX und STX Geräte fallen hierbei nicht nur durch die hervorragende Verarbeitung und die Verwendung hochwertiger Materialien, sondern auch durch ein „abgerundetes“ Design auf. Dies wiederum führt dazu, dass es keine hervorstehenden Teile gibt, die zum Beispiel beim Transport Schaden nehmen könnten. Wie viele Ferngläser sind ATX und STX 30-70x95 außerdem wasserdicht und stickstoffgefüllt.



Stabil für jede Beobachtung

Ähnlich wie bei einem herkömmlichen Teleskop ist eine solide Aufstellung des Geräts essenziell. Freihändiges Beobachten ist nicht praktikabel, ein stabiles Fotostativ und ein guter Neigekopf sind die Minimalanforderung. Als Alternative zur direkten Befestigung bietet SWAROVSKI OPTIK als Zubehör mit der SSR II eine stufenweise verstellbare Schiene an, mit der man flexibel die Gleichgewichtslage der Optik einstellen kann.

Wer das Spektiv für astronomische Anwendungen auf einer äquatorialen Montierung anbringen möchte, um die Erddrehung – per Hand oder motorisch – nachführen zu können oder gegebenenfalls eine GoTo-Funktion zu nutzen, kann mittels Fotogewindeschraube problemlos eine Prismenschiene ansetzen, mit der sich das Gerät adaptieren lässt. Von der Tragfähigkeit her ist eine Montierung vom Typ EQ3 (z. B. Skywatcher EQ3-2 bzw. NEQ3 und baugleiche) oder aufwärts zu empfehlen.



Digiscoping für Sternkundler

Als weiteres Zubehör ist mit dem TLS APO ein Adapter mit integrierter Linsenoptik erhältlich, mit dem digitale System- und Spiegelreflexkameras über einen universellen T2-Adapter angeschlossen werden. Die Projektionsoptik ergibt je nach Zoomfaktor Brennweiten zwischen 900 und 2100 mm. Für Langzeitbelichtungen von Deep-Sky-Objekten ist diese Konfiguration zwar eher ungeeignet. Mond und Sonne lassen sich jedoch sehr gut formatfüllend abbilden.