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Arctic Birding und Digiscoping

Im Norden wartet eine andere Welt

Die Gegend in Varanger, ganz im Norden von Norwegen, ist ein Geheimtipp für Arctic Birder – und solche, die es noch werden wollen. Der Birder Tormod Amundsen schildert, wie man sich auf Kälte und schwierige Lichtverhältnisse beim Winterbirding und Digiscoping vorbereitet und mit welch spannenden Beobachtungen man dafür belohnt wird.

© Tormod Amundsen

Tormod Amundsen aus Norwegen ist nicht nur ein exzellenter und leidenschaftlicher Birder, sondern gilt dank seiner Ausbildung als Architekt auch als Experte für den Bau von anspruchsvollen Hides.
Für seine Beobachtungen verwendet er ein ATX 30-70x95 Teleskop und EL 42 Ferngläser.

Biotope heißt mein Unternehmen, in dem ich meine Begeisterung fürs Birding mit jener für die Architektur vereine. Dort bauen wir verschiedenste individuell gefertigte Birding Hides mit architektonischem Anspruch.



Wenn der Tag zur Nacht wird

In unserem Büro war in den vergangenen Monaten viel zu tun. Wir starteten mit einer Reise zu der Rutland Bird Fair, dem weltweit größten Birdertreffen, in den Herbst. Danach ging es zum Cape May Autumn Birding Festival, um dort auszustellen und Vorträge zu halten. Vor Kurzem stand dann die Insel Smøla vor der Westküste Norwegens auf dem Reiseplan, wo wir an einem Naturentwicklungsprogramm mitarbeiteten. Zusätzlich wurden wir zu einigen Natur- und Reisekonferenzen geladen, um unser Wissen und unsere Ideen vorzustellen. Dazu kamen ja auch noch ein paar Birding-Architekturprojekte in Varanger. Und plötzlich ist es November und die letzten Sonnenstrahlen zeigen sich. Ab dann haben wir zwei Monate Dämmerung und Dunkelheit, bis Ende Jänner die Sonne wieder zurückkehrt.



Die Ausrüstung fürs Winterbirding

Diese Zeit kann man gut nutzen. Beim Winterbirding in Varanger ist nicht die Anzahl der verschiedenen Arten das Reizvolle, sondern deren Qualität. Um ehrlich zu sein, sind November und Dezember die ruhigsten Monate, was das Arctic Birding betrifft. Es sind nie mehr als vier bis fünf Birder in der ganzen Region unterwegs.

Was wird zum Winterbirding in Varanger benötigt? Zuallererst warme und windfeste Bekleidung und eine hochwertige, lichtstarke Optik.



Tiroler Qualität macht Arctic Birdern Freude

Gerade aus letztgenanntem Grund kann sich wohl jeder Birder vorstellen, welches Gefühl es ist, von einer Reise in den USA nach Hause zu kommen und ein Paket von SWAROVSKI OPTIK im Büro zu finden.

Bei Biotope sind wir sehr stolz darauf, dass wir mit einem ATX 30-70x95 Teleskop und einem
EL 42 Fernglas ausgestattet wurden. Jeder, der sich mit Optik auskennt, weiß, dass SWAROVSKI OPTIK die feinsten Geräte für Birder produziert.



Der eisige Norden ist das strengste Testgelände

Unsere Aufgabe war es, diese Ausrüstung einem „Arctic Birding Test“ zu unterziehen, um zu sehen wie die Optik unter den härtesten Bedingungen funktioniert. Am 23. November 2013 hatte ich nach langer Zeit wieder einmal einen freien Tag. Ich nutzte die Chance und ging direkt zum Hafen, um meine neuen Birding-Werkzeuge auszuprobieren. Wie erwartet waren dort zahlreiche Eismöwen, die Schutz vor dem eisigen Wind suchten und sich an den Fischereiabfällen mästeten. Mein persönlicher Beobachtungsrekord lag diesen Herbst bei 500 Eismöwen, die ich im Hafen von Vardø und etwas außerhalb davon gesehen habe. Das war vor einer Woche, nach einem schweren Sturm.

Heute ist es in Vardø etwas ruhiger, mit 5 Grad Minus und einer frischen Brise. Der Hafen beherbergt immer noch Hunderte von Möwen (und etwa 45 Eismöwen), 150 Eiderenten, zwölf Eisenten, zwei Gryllteisten und etwa 50 Meerstrandläufer. Gute Voraussetzungen also – sowohl fürs Birding als auch für Digiscoping.

  • © Tormod Amundsen - King eider
  • © Tormod Amundsen
  • © Tormod Amundsen
  • © Tormod Amundsen
  • © Tormod Amundsen

Ein Vormittag am Hafen von Vardø

Eines gleich vorweg: Es war eine absolute Freude, mit dem ATX 30-70x95 Teleskop von SWAROVSKI OPTIK zu birden. Der erste Eindruck war, nun ja, beeindruckend. Das 95-mm-Objektiv ist die größte der drei erhältlichen Optionen und ich kann mir kein besseres für einen Arctic Birder vorstellen. Gerade beim Beobachten und Digiscopen von Vögeln am Meer macht sich die lange Brennweite bezahlt. Zum Digiscopen habe ich es mit einer Sony RX 100 II verbunden und damit ein Fischerboot sowie eine Eismöwe festgehalten.



Einige unerwartete Gäste

Während ich also die Möwen am Pier beobachtete, sah ich ganz flüchtig im Augenwinkel einige kleine Vögel über das Wasser fliegen. Ich griff zum Fernglas und bemerkte, dass es keine Meerstrandläufer waren, wie ich im ersten Moment vermutet hatte, und versuchte, einen besseren Blick zu erhaschen. Es waren drei sehr helle Wattvögel. Sie verschwanden hinter dem Pier. In dieser Jahreszeit erwartet man in Varanger keine anderen Wattvögel als die Meerstrandläufer.

Im Dezember 2011 sah ich einmal ein Thorshühnchen in Vardø und ich hatte nun das Gefühl, dass dies die zweite Beobachtung dieser Art im winterlichen Varanger (vielleicht sogar in ganz Finnmark und im nördlichen Norwegen) sein könnte. Ich rannte zum Ende des Piers, fokussierte das Teleskop und da sah ich sie tatsächlich: drei Thorshühnchen, die am anderen Ende des Hafens herumschwammen. Was für ein toller Start mit der neuen Ausrüstung!



Varangers blaue Stunden

Nicht nur die Vogelwelt macht Varanger so interessant für Beobachtungen. Im arktischen Winter sind das Licht und die Landschaft ausgesprochen spektakulär. Der Himmel nimmt eine dunkelblaue Färbung ein, wenn die Sonne am Horizont untertaucht. Die schneebedeckte Landschaft zeigt dann alle Blauschattierungen, bei meinen regelmäßigen Flügen zwischen den Hafenstädten Vardø, Båtsfjord, Berlevåg und Vadsø habe ich diese aufgenommen.

Bis vor wenigen Jahren war Varanger praktisch ausschließlich ein Ziel für das Sommerbirding. Nun kommen auch im Winter Birder aus der ganzen Welt, um diese Gegend zu entdecken. Wenn du eine faszinierende Landschaft und sehr coole Vogelarten suchst, dann kann ich dir Varanger nur ans Herz legen! Um das Birden hier noch komfortabler zu machen, arbeiten wir derzeit am Ausbau der Infrastruktur. Am Kongsfjord bauen wir gerade einen neuen Hide, der auch vor dem Wetter schützt. Von dort aus kann man einen spektakulären Blick auf die Barentssee genießen.